AUF DEM WEG IN DIE KARIBIK · SEIT 1999
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Ein Wort von Alfnet

Neugier braucht keine Landeerlaubnis

Alfnet von hinten im blauen Trikot, neben Karten und einem Affen, vor einem karibischen Hafen im Sonnenuntergang.

Ich habe diese Website wieder in demselben Geist angepackt, in dem ich sie 1999 eröffnet hatte: um eine Leidenschaft zu teilen. Inzwischen haben sich Computer, Werkzeuge und sogar die Art verändert, wie wir andere Fans finden. Meine Fähigkeit, mich auf Monkey Island zu verirren, ist dagegen erstaunlich unverändert geblieben.

Eine solche Website wieder auf Reisen zu schicken bedeutet, Seiten, Erinnerungen, Bilder und Beiträge zurückzuholen, sie aber auch wieder lesbar zu machen und etwas darum herum aufzubauen. Bei der Restaurierung habe ich mich entschieden, auch KI-Werkzeuge einzusetzen. Eine diskutable Entscheidung? Gewiss, im besten Sinne: Man kann darüber sprechen. Über das Ergebnis, die Grenzen, die Fehler und das, was funktioniert.

Als ich das Projekt in einer Facebook-Gruppe zur Reihe vorstellte (nicht bei unserem wunderbaren Partner Monkey Island Fan Page), hatte ich allerdings das Gefühl, die Diskussion sei sehr schnell am Werkzeugkasten stehen geblieben. Ich hätte gern auch erzählt, was wir wieder aufbauen wollten. Vielleicht mit einem Besuch auf ein paar Seiten, einer alten Rezension oder einer Entdeckung unter den Erinnerungen der Website.

Dann war der Beitrag nicht mehr zugänglich, die Gruppe ebenfalls nicht. Eine Erklärung erhielt ich nicht. Die Gründe dieser Entscheidung kenne ich nicht: Ich kann nur ihre Wirkung beschreiben, wie eine verschlossene Tür, während ich noch nach der Klingel suchte.

Nichts Dramatisches. Guybrush hat Schlimmeres überstanden, meistens ohne recht zu wissen, wie. Trotzdem bleibt eine kleine Enttäuschung: Von einer Runde begeisterter Fans hatte ich vor allem Neugier erwartet. Auch strenge, auch skeptische. Eine Frage mehr, bevor man sich von der Mannschaft verabschiedet.

Ich finde nicht, dass die Liebe zu Monkey Island dazu verpflichtet, diese Website, ihre Grafik oder die Mittel ihrer Restaurierung zu mögen. Das wäre eine ziemlich komische Vorschrift für eine Reihe, die uns beigebracht hat, mit einem Totenschädel zu reden. Eine gemeinsame Leidenschaft sollte aber ein guter Ausgangspunkt sein, einander zuzuhören.

Ich musste daran denken, was Ron Gilbert während der Diskussion über das Aussehen von Return to Monkey Island schrieb. Am 1. Mai 2022 erinnerte er daran, hier aus dem Englischen übersetzt:

„Monkey Island 1 und 2 waren keine Pixel-Art-Spiele. Sie verwendeten modernste Technik und Grafik.“

Sein Gedanke war, dass die Reihe immer mit den Möglichkeiten ihrer Zeit experimentiert hatte: Auch ein damals entstandener dritter Teil wäre vorangegangen, statt den zweiten zu wiederholen. Tatsächlich machte der dritte, von einem anderen Team entwickelt, einen so großen Sprung, dass manche ihn für den schönsten Teil halten (ich liebe ihn, gehöre aber nicht dazu… ich bin von der alten Garde… he he he).

Mich interessiert hier der Gedanke, ein Werk frei weiterentwickeln zu können (innerhalb von Grenzen, die seinen Sinn nicht verfälschen); es geht dabei nicht um KI, und ich mache daraus keine Zustimmung zu meinen Entscheidungen. (Ron Gilbert, When I Made Another Monkey Island)

Nostalgie kann, wie ich sie erlebe, Lust machen, weiterzubauen. Genau daraus entstand diese Restaurierung. Erinnerungen verdienen Pflege, und wiederkehrende Besucher verdienen eine Website, auf der man sich gern bewegt. Wenn etwas misslungen ist, hilft es ganz konkret, mich darauf hinzuweisen.

Und hier nimmt die Geschichte eine freundlichere Wendung. Unter der Kritik waren auch Beobachtungen, die mich zum Nachdenken brachten. Ich habe sie gesammelt, neu gemischt und an Bord genommen: Aus diesem Austausch entstand die Mannschaftsbeute, das System aus Codes und Gutscheinen für Spiele und Erkundungen auf der Website. Alles streng erfunden: Auch diesmal kann Stan nichts kassieren.

Das nehme ich am liebsten mit. Eine wenig einladende Diskussion hat trotzdem etwas Nützliches hinterlassen. Die Website ist besser geworden, und ich habe eine neue Idee gefunden, an der ich Spaß habe.

Ich höre weiterhin gern jedem zu, der Kritik, einen Vorschlag oder einfach eine Erinnerung teilen möchte. Man muss nicht in allem einer Meinung sein, um am selben Tisch zu sitzen, solange es Grog gibt…

Und was die Landeerlaubnis betrifft: Hier genügt Neugier.

Alfnet